Wenn Sie ´mal 100 Jahre lang Ski gefahren sind, wissen Sie auch, wie´s geht ....
Skilehrer"we love to ski and it shows..."

Nicht nur Rennsport ...James Kimmich berichtet über die Saison 2006/2007

Die Wintersaison 2006/07 machte Schlagzeilen..und war für Skisportler eine mittlere Katastrophe. Der Klimawandel hat zwar die Heizkosten verringert aber das Allgäu mehr oder weniger vom Schnee befreit und das bedeutete für uns Verschiebungen und Absagen von Bezirksrennen. Neben unseren TOP-Rennläufern, die auf SSV, DSV und FIS- Ebene ihre Rennen ausfuhren, gab es für die Rennläufer auf Bezirksebene nur ein Rennen in diesem Winter.

Die Bezirksmeisterschaften wurden nach Warth verlegt und konnten im Februar bei ausreichenden Schneebedingungen durchgeführt werden. Das wars denn auch.

Aber das Prinzip Hoffnung hält den Glauben an den kommenden Winterschnee am Leben.
Meine Skiausrüstung werde ich noch nicht auf dem Flohmarkt anbieten

Die Ausfahrten der SAS Rennkids

Die SAS hatte für ihre Rennkids und deren Anhang drei Ausfahrten im Programm.
An Weihnachten einen Trainingskurs in Zams bei Landeck, an Fasching fuhren wir zum Training auf die Tschengla und zum Abschluss trafen wir uns auf der Ulmer Hütte, um die Saison ausklingen zu lassen.
Und bei allen drei Ausfahrten hatten wir mit dem Wetter wirklich viel Glück gehabt. Am zweiten Januar ging es sehr früh los nach Zams mit dem bangen Gefühl, die Wanderschuhe vergessen zu haben. Wandern, auch reizvoll, aber doch kein Ersatz für ein Schneetraining. Aber zu unserer Ankunft kam auch der Schnee – zwar in Maßen – aber doch ausreichend. Ein perfektes Timing könnte man vermuten. Anfangs konnten wir nur am Trainingshang vor unserer Skihütte fahren, aber tags darauf war das gesamte Skigebiet zu benutzen.
Neben dem Training in den Stangen wurde auch im freien Fahren die Technik, die Beweglichkeit und die Kondition geschult.
Aber nicht nur Rennsport stand auf dem Programm der Skilehrer und Betreuer. Das erste Zamser Gaudirennen traf bei unseren Teilnehmern auf eine sehr große Begeisterung. Ein Gaudirennen wird nicht nur auf Skiern ausgetragen. Am ersten Abend wurde über ein Puzzle vier Gruppen ausgelost, wobei die ältesten Teilnehmer als Gruppenköpfe gesetzt waren. Nach dem ausgezeichneten Abendessen gab es in Anlehnung an „wer wird Millionär“ ein Ratespiel.

Frage: Ein Leitspruch ist ein…? A) Risotto B) Lotto C) Motto D) Giotto oder welcher Fluss entspringt nicht in Deutschland? A) Weser B) Donau C) Main D) Mosel. Insgesamt 18 Fragen aus Geschichte, Geographie, Politik und Allgemeinwissen waren zu beantworten. Gab die Gruppe eine richtige Antwort gab es einen Schokoriegel, war die Antwort falsch ging der Riegel zurück an die Betreuer.
Trotz PISA Studie – die Betreuer gingen am Ende nahezu leer aus.

Danach wurde nach Wortbedeutungen gefragt. Nochmals 10 Möglichkeiten einen Schokoriegel und damit Punkte für sein Team zu gewinnen.
Frage: Dioxin: A) Rost B) Umweltgift C) Lichtbrechung D) Gleichrichter oder eine Fraktion ist…?
A) Beinbruch B) politische Partei C) Vereinigung von Abgeordneten D) harte, politische Rede.

Am zweiten Tag trafen sich die Gruppen nach dem Skifahren vor der Hütte und durften frei nach ihrer Wahl ein Schneegebilde bauen. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Von Tieren über einen Leuchtturm bis hin zu einer Sitzgruppe im Schnee mit gedecktem Tisch reichten die Kunstwerke unserer Rennkids.
Anschließend gab es noch Holzzielwurf und Weitsprung aus dem Stand aber nicht mit Skistiefeln!
Nach so viel kreativem Gestalten im Schnee gab es erst mal ein warmes Abendessen

Nach dem Abendessen war wieder die Intelligenz gefragt. Wieder gab es Testfragen. Als Beispiel: 1/3 der Aufgabe war leicht. 1/6 war schwer. Wie viel Prozent der Aufgaben war weder schwer noch leicht? Auf keinen Fall kann man oder auch frau in Afrika….A) Farbige treffen B) Schlangen sehen C) Jaguare jagen D) Eis essen E) auf Fotosafari gehen F) Touristen beobachten.
Am dritten Tag des Gaudirennens gab es vor dem Mittagessen ein Abschlussrennen, in dem jeder Teilnehmer separat gewertet wurde. Aus drei Durchgängen wurden aus den zwei besten die Gesamtzeiten errechnet. Für das Gaudirennen gab es eine Mannschaftszeit, bei der jeweils der schnellste Lauf in die Wertung kam.
Vor dem Abendessen trafen wir uns alle am Gipfel, um die Wertungsetappen zur Hütte abzufahren. Erste Station: Die Gruppe musste blind sich an den Händen fassend auf einen Betreuer zufahren. Ein Mitglied der Gruppe konnte Anweisungen erteilen. Danach gab es ein Staffelrennen auf einem Ski. Ein Ausscheidungsrennen mit Halbfinale, kleinem Finale und dem finale. Anschließend mussten die Gruppen im Schuss in den „Tiefschnee“ in den Gegenhang fahren. Ab einer Markierung mussten die Skier parallel geführt werden. Ziel war es den Abstand der Gruppe so gering wie möglich zu halten.

Der Abschluss. Freies abfahren zur Hütte, Ski abschnallen, ordentlich in den Skikeller stellen und zum Treffpunkt vor das Haus zu kommen. Die DSV Pistenregeln waren natürlich einzuhalten. Die Gruppe, die als erste komplett vor dem Haus eintraf hatte gewonnen.

Am Abend gab es dann die Siegerehrung sowohl vom Abschlussrennen als auch vom Gaudirennen mit Urkunden und Preisen. Ich glaube die Skihütte in Zams werden wir auch 2008 wieder besuchen, jeglichem Klimawandel zum Trotz.

In den Faschingsferien hatten wir die Tschengla gebucht. Mussten wir im vorigen Jahr in Bürserberg noch Schneeketten montieren konnten wir dieses Jahr in Sommerreifen bis vor die Tschengla fahren. Ein Kunstschneeband in Mitten grüner Wiesen schlängelte sich von der Tschengla nach Bürserberg.
Futuristisch dachte ich mir als wir die Passstrasse hoch fuhren. Kritische Gedanken über das Skifahren bei solchen Bedingungen natürlich – aber dann lag ein Skigebiet in der Sonne vor uns und die ungeteilte Freude über Berge, Schnee und Sonne überwogen.
Gegen zehn Uhr hatten wir unsere Skipässe, teilten spontan die Skikurse ein, während Karin, unsere ausgezeichnete Köchin, die verderblichen Lebensmittel auf der Tschengla deponierte und ab ging es ins Skivergnügen.
Gleich am ersten Abend begann unser Tschengla Gaudirennen. Wieder waren Fragen in Anlehnung an „wer wird Millionär“ zu beantworten. Allgemeinwissen durch 30 Fragen war gefragt und Joker (3fach Schokoriegel) konnten gesetzt werden.


Am zweiten Tag wollten wir mit dem Stangentraining beginnen. Ein Hang wurde uns zugewiesen, wir sperrten diesen ab, hatten Sprechfunkgeräte von der örtlichen Skischule geliehen und dann der Schock.
Der Akku der Bohrmaschine hatte über Nacht nicht aufgeladen. Plan B: Wir sammelten alle Skistöcke der Teilnehmer ein und steckten damit einen Lauf. Das Ziel im Gaudirennen war es möglichst schnell um die Stöcke zu fahren ohne diese umzuwerfen. Unsere Teilnehmer hatten einen großen Spaß. Die Panne hatten wir gut improvisiert und die Rennläufer bezeichneten die Skistöcke immer als Stangen. Übrigens wer einen Skistock(Stange) umwarf bekam eine Zeitstrafe von 5 Sekunden. Bewertet wurde der Zeitabstand aus zwei Läufen. Deshalb war nicht unbedingt die schnellste Zeit gefragt, sondern die Gleichmäßigkeit. Damit werden nicht immer die Schnellsten als Sieger gekrönt. Für die Gruppe und den Einzelnen eine neue Erfahrung.

Über die Tage gab es weitere Stationen im Gaudirennen. Tischkickerbälle in Putzeimer werfen, Boulespiel, Hindernislauf, Mannschaftsrennen d.h. der erste Läufer ist im Ziel, dann startet der zweite. Die Zeit läuft dabei weiter.
Logische Reihen mussten ergänzt werden, blind auf ein Ziel zufahren und am Ende sollten die Teilnehmer ihre Betreuer pantomimisch darstellen.
Jeden Tag zauberte uns Karin mit der Unterstützung aller Teilnehmer ein phantastisches Abendessen.

Die Bohrmaschine haben wir auch in den Griff bekommen und so gab es neben Gaudirennen auch Renntraining und freies Fahren am Nachmittag. Das Wetter war die gesamten Tage ganz toll, fast schon zu warm aber Sonne pur. Da macht Skifahren einfach Spaß.
Ein Teil der Gruppe fuhr dann zu den Schwäbischen Meisterschaften, der andere wollte zum Vereinslauf – der fiel aber leider ins Wasser. Die Ausfahrt war aber trotzdem ein voller Erfolg. Tschengla wir kommen wieder – vielleicht nächstes Jahr mit dem Vereinslauf als Abschluss.

An Ostern ging es dann in kleinerem Kreis auf die Ulmer Hütte. Und diese Tage entschädigten uns für manchen Frust in diesem Winter. Fünf Tage herrlicher Sonnenschein. Der Arlberg zeigte sich von seiner schönsten Seite. Die Pisten wie immer bestens präpariert. Morgens gleich um neun Uhr ging es in die Abfahrten an den Südhängen. Der Schnee noch sehr griffig. Steißbachtal, Alpe Rauz, Schindlerkar und Kapall ein Traum. Gegen elf Uhr wechselten wir an die Nordhänge am Rentel oder zur Albona.
Am späten Nachmittag ließen wir uns von der Sonne vor der Ulmer Hütte bei Kaffe oder Weizenbier verwöhnen. Und jeden Abend dieser herrliche Sonnenuntergang.

Am Ende der Saison war alles im grünen Bereich – und dies durchaus im doppelten Sinne des Wortes.

Ich hoffe der Klimawandel nimmt uns diese einmaligen Erlebnisse in den nächsten Jahren nicht.
Berge, Schnee und Sonne das ist ein Traum, den nur träumen kann der dies auch schon erlebt hat.

James Kimmich
SAS-Urgestein-Skilehrer
Jürgen und Stefan kleinimmer ansprechbar...
und übrigens:
Die besten Trainer sind nicht immer die mit der coolsten Brille, sondern die mit der besten Pupille.
auch der Herr Vorsitzende im Kreise der Lieben..
Michain der Seilbahn wird immer wieder gerne laut erörtert, dass jetzt die Stelle kommt, an der der Meter im Seil fehlt...
..Trainer...
Hansi..überlegen oft, wies schneller ginge...
..die Skilehrerinnen..
TiniMartina, souverän und charmant
..in der Gletschersonne..
Sabinehier Sabine
unser Technik-Guru (Ingenieur)
Hansnamens Hans erkennt jede Feinheit, an der noch zu feilen wör